6. Dezember 2015

Traveldiary: Tag 1 in Schottland

Heute kommt ein kleines Diary über den ersten Tag im Land der Schafe, der Burgen und des Whiskys - inklusive einiger Tipps :)



Ich hab euch bereits hier ein bisschen von unserer Schottland-Reise im September erzählt. Heute möchte ich euch aber ein paar Infos geben, falls auch ihr vorhabt dieses Land bereisen. Außerdem erzähle ich euch von unseren Erlebnissen an unserem ersten Tag und zeige euch eine wahre Bilderflut!








Flug: Gestartet haben wir unsere Reise am Flughafen Salzburg. Der Münchner Flughafen (und somit die Direktflüge) ist zwar nicht weit entfernt, wir wollten aber nicht noch mehr Anreise-Schritte, als wir so schon hatten. Ich habe einen günstigen Flug von Salzburg nach London Stansted bei der Fluglinie Ryanair heraus gesucht. Da man bei Ryanair leider keine Gabelflüge buchen kann, mussten wir viel Zeit zwischen der Ankunft und dem Weiterflug nach Edinburgh einplanen, um die Passkontrolle und die Gepäckausgabe zu bewältigen und anschließend wieder einzuchecken. Auch den Weiterflug hab ich über eine Billigfluglinie gebucht - bei easyjet. So kamen wir auf Gesamtflugkosten von 200 Euro pro Person.





sogar im Bus geht es kariert zu :)
Transport: Ich habe uns schon vorab ein Mietauto organisiert, mit dem wir 6 Tage durch Schottland kurven wollten. Gemietet haben ich den Wagen über Check24 bei Budget/Avis. Unbedingt darauf achten, dass eine Rundum-Versicherung inkludiert ist, ganz besonders für Reifen und Scheiben und evt. Unterboden. Wir trafen während unserer Rundreise mehrmals auf Situationen, die teilweise glimpflich ausgingen (kaputte oder enge Straßen). Eigenartig war, dass wir im Vorfeld bereits um die 200 Euro für den Wagen gezahlt hatten und trotzdem bei der Abholung nochmals 100 Euro draufzahlen mussten. Der schottische Mitarbeiter von Avis konnte uns leider nicht verständlich machen, wodurch die Zusatzkosten entstanden, die Hotline der Mietwagenseite war auch nicht erreichbar - so nahmen wir den Wagen einfach und wissen bis heute nicht, was uns da eigentlich verrechnet wurde. Wenn wir nicht mit unserem Flitzer unterwegs waren, nutzten wir sämtliche Öffis und gingen sehr viel zu Fuß. Gerade in Edinburgh ist das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut. Man kann zwischen Straßenbahnen und Bussen wählen, die einen fast überall hintransportieren. Pro Fahrt zahlt man 1,50 GBP, für eine Tageskarte (x-beliebige Fahrten) kostet 4,- GBP, was sich schnell rendiert, ABER man benötigt für die Bus-Linien und die Tram-Linien je ein eigenes Ticket. Fahrten zum oder vom Flughafen Edinburgh kosten 5,- GBP. Zusätzlich toller Service: gratis W-LAN!



Unterkunft: wenn man nicht in Hostels oder auf Campingplätzen übernachten möchte, muss man in Schottland schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Es gibt tolle, hübsche Bed & Breakfast, die allerdings trotzdem je nach Lage einiges kosten. Ich hab eine Mischung aus Hotels und B&B gebucht und wir waren mit der Wahl recht zufrieden. Die ersten beiden und die letzten drei Nächte verbrachten wir im "ibis budget Edinburgh Park", das nicht weit vom Flufhafen, der Zugverbindung nach Glasgow und dem Stadtkern von Edinburgh liegt. Zusätzlich zur tollen Lage ist es preislich auch sehr in Ordnung ... Für so manchen ist es vielleicht etwas ab vom Schuss, uns war es aber wichtig, dass wir mit dem Mietwagen nicht in die Innenstadt müssen (Linksverkehr ist so schon schwer genug), die Parkplätze zudem gratis sind, die Öffi-Verbindungen gut sind und - natürlich - der Preis. Das Hotel ist ziemlich modern und hat meiner Meinung nach ein kreatives, hostelähnliches Design. Die Zimmer gibt es als Doppelzimmer mit Doppelbett oder zwei Einzelbetten und als 3-Bett-Zimmer (Doppelbett und obendrüber ein Stockbett). Das "Bad" ist zugegebenermaßen nicht der Traum eines jeden - die Toilettentür ist oben und unten offen, die Duschkabine steht im Schlafraum und hat eine gläserne Tür und das Waschebecken hängt auch offen im Zimmer - Privatsphäre ist also gleich null, was aber für uns als Paar nicht weiter schlimm war. Das Frühstück war reichhaltig und echt gut. Ungefähr 3 Gehminuten vom Hotel befindet sich die Tram-Stadion zum Flughafen (10 Minuten) und in die Innenstadt (20 Minuten). Und ca. 7 Gehminuten vom Hotel findet man das "Gyle Shopping Center" mit Geschäften wie einem riesigen Morrisons (Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs), kleine Lokale und Restaurants (z.B. Subway, Burgerking, Starbucks und Frankie & Benny´s) und Stores (z.B. Marks&Spencer, Monsoon, Disney, NewLook, GAP und Dorothy Perkins). Außerdem fahren auch von dort einige Busse in die Innenstadt von Edinburgh.

Nun zu unserem Programm an Tag 1:
Den ersten Tag verbrachten wir großteils in Edinburgh, der schottischen Hauptstadt. Außerdem besuchten wir Peebles, einem Ort unweit von Edinburgh, wo an diesem Wochenende die weltberühmten Highland Games stattfanden.

Nach dem Frühstück machten wir uns mit der Tram auf den Weg in die Innenstadt. Ich hatte in meinem Reiseführer (Marco Polo) gelesen, dass es jeden Samstag und Sonntag auf dem Platz vor der Burg (haha...) einen kleinen Bauernmarkt geben soll.










 
















hier war noch die Tribüne vom Military Tattoo aufgebaut





Nachdem wir mit der Kirche ums Kreuz gerannt sind (einmal durch den Burgpark "Princess Street Gardens" und rund um die Burg), haben wir schlussendlich den Markt gefunden - nahe der Tramstation, wo wir gestartet waren :P  Es sind hübsche kleine Stände, an denen man hauptsächlich Lebensmittel kaufen kann. Ich konnte nicht widerstehen und musste einen kleinen Kuchen kaufen, der echt köstlich aussah und "Scotch Pie" hieß. Wir dachten, es sei etwas Süßes mit Alkohol.... tatsächlich ist ein Scotch Pie aber ein mit faschiertem Schaffleisch gefülltes Gebäck. Ich bin immer noch froh, dass mein Liebster den ersten (und letzten) Bissen gewagt hatte und nicht ich :) Außerdem konnte man noch Produkte aus Wolle und Holz, sowie Schafmilchseifen und vieles mehr erstehen.





blueberry pie
Nach unserem unfreiwillig großen, aber schönen Spaziergang, fuhren wir mit der Tram wieder zum Hotel und stiegen auf unser Leihauto um. Ich hatte bereits im Vorfeld das Internet zum Thema Highland Games durchforstet und bin auf diese praktische Seite gestoßen: KLICK Hier gibt es jedes Jahr einen Terminplan und eine Übersicht, wo das nächste traditionell schottische Event stattfinden wird. Ich steh total auf fremde Kulturen, Traditionen und Geschichte - die Highland Games vereinen all diese Interessen. Bereits zu Zeiten der keltischen Könige fanden diese Spiele statt, um die schnellsten und stärksten Männer Schottlands zu finden, die dann als Leibwächter und Boten des Königs eingesetzt wurden. Es gibt über 50 verschiedene Wettbewerbskategorien, die bei den Highland Games ausgetragen werden - jede Stadt wählt selbst ein paar daraus aus.

 





 





 



 





 

 



In Peebles (ca. 40 km südlich von Edinburgh) konnten wir folgende Disziplinen bestaunen: Pipe Band Contest (Dudelsack Band Wettbewerb), Highland Dancing, Putting the stone (Steinstoßen), Scottish hammer (Hammerwerfen) und das Training von Drum major (Tambourmajoren). Ich war wahnsinnig begeistert und fast schon ein wenig gerührt, dass ich nun endlich hautnah an diesem einmaligen Geschehen teilnehmen konnte.


Am späteren Nachmittag brachen wir wieder nach Edinburgh auf, parkten das Auto und fuhren mit der Tram wieder in die Innenstadt. Wir spazierten ein Weilchen durch die Stadt und beschlossen dann, auf den Carlton Hill zu steigen. Das ist ein hübscher Hügel mitten in der Innenstadt, von dem aus man einen tollen Blick über Edinburgh hat.



Arthurs Seat
 

 

 



Wir drehten eine Runde und waren ganz hingerissen von der Aussicht auf die vielen Türme, den Hausberg Athurs's Seat und das Meer. Die Sonne ging schön langsam unter und färbte den Himmel. Wir hatten am Vormittag aus der Ferne aus ein Riesenrad entdeckt und wollten nun den Sonnenuntergang von einer Gondel aus betrachten.













Die ganze Stadt war in warmes Licht getaucht - daran konnte ich mich gar nicht satt sehen. Nachdem die letzten Sonnenstrahlen hinter den Hügeln und Häusern verschwunden waren, wanderten wir abermals über den Burghügel, denn auf der anderen Seite lag ein Restaurant, das uns empfohlen wurde - "The Outsider". Glücklicherweise erwischten wir ohne Reservierung noch den letzten Tisch. Das Lokal ist sehr schlicht, aber modern eingerichtet. Die Speisekarte ist sehr italienisch angehaucht und oft eine Mischung aus Bodenständigkeit und Außergewöhnlichkeit. Und geschmeckt hat es auch noch :)















Am Weg zur Tram kamen wir zufällig an einem weltberühmten Café vorbei - das Elephant House, in dem Joanne K. Rowling den ersten Teil von "Harry Potter" geschrieben hatte :)



Der erste Tag war wahnsinnig interessant und auch anstrengend. Ich hatte bereits zu diesem Zeitpunkt Schottland kennen und lieben gelernt und freute mich sehr auf die folgenden Tage, an denen wir noch viel mehr erleben und sehen würden. Dazu ein anderes Mal...

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